Rezension Hayley Barker – Die Arena: Grausame Spiele (Cirque Band 1)

Rezension Hayley Barker – Die Arena: Grausame Spiele (Cirque Band 1)

Autor: Hayley Barker
Titel: Die Arena: Grausame Spiele
Herausgeber: Rowohlt Verlag  
Datum der Erstveröffentlichung: 17. September 2019
Buchlänge: 480 Seiten
Titel der Originalausgabe:  Show Stopper
ISBN: 978-3805200486
Preis: HC 18,00€ / eBook 9,99€
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 Dieser Beitrag enthält Werbung, da es sich um ein Rezensionsexemplar handelt 

 

 

London in der nahen Zukunft. Die Gesellschaft hat eine Spaltung vollzogen: Die Pures leben komfortabel und luxuriös, während die Dregs ausgegrenzt, geächtet und unterdrückt werden. Manchen Familien der Dregs werden ihre Kinder entrissen und zum „Zirkus“ gebracht, wo die jungen Artisten zum Amüsement der Pures hungrigen Löwen begegnen oder waghalsige Hochseilakte liefern.
Hoshiko ist der Star auf dem Hochseil – sie vollbringt jeden Abend Unglaubliches, 15 Meter über dem Boden, ohne Fangnetz. Jede Vorführung könnte ihre letzte sein – und genau darauf lauern sensationslüstern und mit fasziniertem Grauen ihre Zuschauer. Doch dann begegnet Hoshiko dem Sohn einer hochrangigen Pure-Politikerin, Ben, der den Zirkus besucht – und verliebt sich in ihn, gegen alle Regeln. Ben begreift erst nach und nach die Realitäten, die hinter seinem komfortablen Leben stehen und wendet sich gegen seine eigene Klasse – für Hoshiko, das Mädchen, das er liebt. Um sie zu retten, begibt er sich in tödliche Gefahr.

Quelle: Rowohlt Verlag    

 

 

Die Arena von Hayley Barker war eins jener Bücher, auf dessen Erscheinen ich schon seit Bekanntgabe hin gefiebert habe.
Es war eine Geschichte, die ich von Anfang an so dringend lieben wollte, weil das Konzept und der Klappentext schlichtweg einfach großartig klangen.
Ich meine ein Zirkus, ein bösartiger Zirkusdirektor, die Spaltung einer Gesellschaft in Abschaum und Elite, sensationelle Vorführungen einer Hochseilartistin, junge Liebe, Misstrauen, Hass – ist es nicht das, was ein gutes, dystopisches Jugendbuch ausmachen sollte?

Gerade am Anfang schien meine Rechnung auch tatsächlich aufzugehen, denn die ersten Begegnungen mit Ben, dem reichen Pure und Hoshiko, der geknechteten Dreg, waren interessant und durchaus vielversprechend.
Auch die zaghaften Einblicke in die gespaltene Welt und den grausamen Zirkus übten eine gewisse Faszination auf mich aus, doch nach den ersten 100 Seiten hatte ich Fragen.
Und aus diesen Fragen entwickelten sich noch mehr Fragen, bis ich mich fast gar nicht mehr auf die Geschichte selbst konzentrieren konnte. Natürlich weiß ich, dass insbesondere Mehrteiler sich Zeit lassen um gewisse Dinge zu erklären und ehr langsam voranschreiten, aber das war ja gar nicht mein Problem. Das Gegenteil war sogar der Fall, denn die Geschichte raste nur so an mir vorbei wie Hoshiko am Trapez.
Für mich gab es schlicht und ergreifend viel zu wenige Erklärungen, wie es zu dieser Spaltung der Gesellschaft überhaupt kam oder wie zu diesem Zeitpunkt entschieden wurde wer Dreg und wer Pure wurde. Einwanderer ok, aber wenn ein solches Thema zum zentralen Ausgangspunktes eines Buches wird, hätte man darauf schon etwas genauer eingehen sollen. Somit war für mich auch der Hass der Übermenschen nicht wirklich nachvollziehbar und auch der Glanz des Zirkus hat an den mangelnden Ausführungen gelitten. Ich habe mir ein bombastisches Kopfkino verschiedener Artisten ausgemalt, aber auch hier hat die Autorin leider immer nur einer kleinen Auswahl in die Manege geworfen.
Doch nicht nur das allgemeine Drumherum war mir oft nicht schlüssig, auch die Sprunghaftigkeit der Protagonisten ließen meinen Kopf des Öfteren gefährlich nahe die Tischkante streifen – und hier spiele ich besonders auf die wohl schnellste Lovestory des Jahres von Hoshiko und Ben an.
Hoshiko hasst die Pures, jeden Pure, doch dann sieht sie Ben. Sieht ihn nochmal und nochmal und noch bevor die Beiden überhaupt ein ernsthaftes oder gar sinnvolles Gespräch geführt haben, sind sie verliebt. Und damit meine ich keine Teenagerschwärmerei, sondern die Beiden reden von echter Liebe. Sie küssen sich und zack, das Band ist besiegelt. Ohne Sinn und Verstand sind sie bereit, alles füreinander zu geben und dabei scheint es ihnen vollkommen egal zu sein, dass etwas Entscheidendes fehlt: ein Plan.
Aber egal, geht auch so. Love solves everything.

Überraschend hingegen war jedoch etwas, das gegen Ende passiert ist. Etwas, mit dem ich in dieser ehr vorhersehbaren Story wirklich so gar nicht gerechnet habe.
Nein, Hoshiko ist nicht schwanger, dafür entdeckt sie allerdings auf ihrer Flucht einen Raum voller Körperteile und Säcke, sowie Einmachgläser, die bis zum Rand mit Zähnen und Augäpfeln gefüllt sind. Um die Absurdität gekonnt abzurunden außerdem noch gut gekühltes Fleisch von scheinbar verstorbenen Ex-Artisten und Pures, die zum Spaß auf Zombie-Dregs ballern.
Ich meine, ich verstehe, dass mir Hayley Barker nochmal eindrücklich aufzeigen wollte, wie ungerecht ihre erdachte Welt doch war, aber so? Für mich war das alles mehr als unnötig. 

Der Schluss war wie zu erwarten ehr offen gehalten, da eine Fortsetzung erscheinen wird. Allerdings werde ich mir diese aufgrund meiner massiven Kritikpunkte wohl nicht mehr durchlesen.
Schade, denn Die Arena hatte wirklich sehr viel Potential.

 

 

Ein Satz mit X, das war wohl nix – zumindest nicht für mich.
Ich denke, dass Die Arena wirklich viele Leser begeistern wird, ich jedoch war letztendlich einfach nur enttäuscht. Eine platte Welt und flache Charaktere, davon hatte ich dieses Jahr leider schon etwas zu viel. 

 

 

♥ Vielen Dank an den Rowohlt Verlag und vorablesen.de für die Zusendung des Rezensionsexemplars! ♥

 

 

Über die Autorin
Hayley Barker hat fast achtzehn Jahre als Englischlehrerin gearbeitet, bevor sie sich in Vollzeit dem Schreiben widmete. Sie liebt Jugendbücher, und ihre Romane veröffentlicht zu sehen, ist für sie das größte Abentuer ihres Lebens. Sie lebt mit ihrem Mann, zwei Söhnen und einem etwas hyperaktiven Hund in Essex.

Quelle: Rowohlt Verlag   

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