Rezension Jenn Bennett – Unter dem Zelt der Sterne

Rezension Jenn Bennett – Unter dem Zelt der Sterne

Autor: Jenn Bennett
Titel: Unter dem Zelt der Sterne
Herausgeber: Carlsen Verlag
Datum der Erstveröffentlichung: 01. August 2019
Buchlänge: 400 Seiten
Titel der Originalausgabe:  Starry Eyes
ISBN: 978-3-551-58398-7
Preis: Softcover 15,00€ / eBook 9,99€
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♥ Dieser Beitrag enthält Werbung, da es sich um ein Rezensionsexemplar handelt ♥

 

 

Früher waren Zorie und Lennon beste Freunde – und kurze Zeit sogar mehr als das. Doch seit dem Homecoming-Ball letztes Jahr herrscht zwischen ihnen Funkstille, und auch ihre Familien haben sich nichts mehr zu sagen. Dann wird ein Campingtrip mit Freunden zum Desaster und Zorie strandet in der Wildnis. Zusammen mit dem Jungen, der ihr das Herz gebrochen hat: Lennon. Auf sich allein gestellt und ohne die Möglichkeit, einander aus dem Weg zu gehen, kommen endlich all ihre Gefühle zum Vorschein. Aber haben Zorie und Lennon den Mut, einen Neuanfang zu wagen?

Quelle: Carlsen Verlag   

 

 

Romane wie Unter dem Zelt der Sterne sind er Grund, warum ich es ab und an einfach liebe YA Bücher zu lesen. Denn im Gegensatz zum New Adult Genre kommen diese ohne große, sich immer wieder wiederholende sexuelle Spannungen zwischen den Hauptprotagonisten aus und auch das Bäumchen-wechsel-dich Schema wird hier nicht groß thematisiert. Klar gibt es hier und da durchaus Parallelen, dennoch wirken YA Romanzen auf mich weitaus frischer und unkomplizierter. Es fällt mir leichter, die Schmetterlinge im Bauch zu fühlen und auch mein Herz schlägt bei Geschichten wie Unter dem Zelt der Sterne bedeutend höher, als bei einem 0815 Bad Boy mit den moosgrünen, unergründlichen Augen.

Apropos Klischee: zwar gibt uns Jenn Bennett hier auch ein ziemlich klassisches YA Setup – beste Freunde, die irgendwann mehr sein wollen und dann doch zerstritten auseinander gehen, weil sie nicht miteinander geredet haben, plus ein Familiendrama – aber die Ausführung macht es aus und die war in diesem Falle einfach wunderschön. 

Wir haben zum einen Zorie, eine exzessive Planerin und aufstrebende Astrophysikerin, die trotz ihrer leicht naiven Art insgesamt eine sehr sympathische Protagonistin abgegeben hat. Zwar ging mir ihre Art, wie sie Lennon in der Mitte des Buches behandelt hat etwas auf die Nerven, aber davon abgesehen ist sie der Typ Mädchen für mich, mit dem ich damals auch gerne befreundet gewesen wäre.
Doch der wahre Star ist Lennon, den ich von dem Moment, als er zum ersten Mal aufgetaucht ist, sofort in mein Herz geschlossen habe. Leicht düster (nein, nein, kein Bad Boy, sondern von den Klamotten her), alternativ angehaucht, mit trockenem Humor und einem Faible für alles, was mit Reptilien zu tun hat, hat er die Geschichte erst so richtig liebenswert und besonders gemacht.
Beide müssen mit einigen Schicksalsschlägen zurechtkommen, beide haben bisher über diese Dinge geschwiegen, aber die plötzliche Einsamkeit schweißt sie erneut zusammen – und das mehr, als sie eigentlich wollten.
Und trotz dieser, zum Teil, sehr ernsten Themen schafft es Jenn Bennett mit unbeschwerten Momenten und ihrem wunderschönen Schreibstil das Gleichgewicht zu halten. Es wird emotional, lustig, romantisch und ernst und viel zu schnell ist man schon auf der letzten Seite angelangt. 

 

Das Problem beim Wandern ist, dass alles andere verschwindet. Es gibt keine Ablenkung durch soziale Medien. Kein Fernsehen. Keinen Zeitplan, der eingehalten werden muss. Man ist auf sich selbst und seine Gedanken reduziert und die gleichmäßigen Schritte, der einen Füße über den felsigen Boden. 
(Seite 256)

 

Das Setting, das wandern und zelten in den Nationalparks und die einzigartige Magie der Sterne haben ihr Übriges dazu beigetragen, dass ich mich endgültig in das Gesamtpacket verliebt habe.
Man möchte sofort seine Sachen packen und losziehen. Abschalten und die Zweisamkeit von Zorie und Lennon nachahmen und einfach das Leben genießen. 

Unter dem Zelt der Sterne war mein erstes Buch von Jenn Bennett, wird aber definitiv nicht mein letztes gewesen sein!

 

 

Ich habe definitiv eine Schwäche für solche „aus besten Freunden wird mehr“ Geschichten und wenn ich einen Maßstab für diese setzten müsste, würde ich Unter dem Zelt der Sterne als meinen betrachten.
Außerdem muss ich noch einen besonderen Dank an Zories Mutter loswerden: Du bist großartig, liebenswert und so, wie jede Mutter sein sollte – wenn es um die Liebe geht, zählt die Biologie nicht!  

Klare Leseempfehlung!

 

 

♥ Vielen Dank an den Carlsen Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars! ♥

 

 

Über die Autorin 

Jenn Bennett wurde in Deutschland geboren, zog dann aber in die USA. Sie reist gern, u.a. nach Europa und Südostasien. Sie arbeitet hauptberuflich als Autorin und hat u.a. eine sehr erfolgreiche Fantasyserie geschrieben, bevor sie nun mit „Die Anatomie der Nacht“ ihr erstes realistisches Jugendbuch vorlegt. Jenn Bennett lebt mit ihrem Mann in Georgia.

Quelle: Carlsen Verlag  

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