Rezension Bela B Felsenheimer – Scharnow

Rezension Bela B Felsenheimer – Scharnow

Autor: Bela B Felsenheimer
Titel: Scharnow
Herausgeber: Heyne Hardcore
Datum der Erstveröffentlichung: 25. Februar 2019
Buchlänge: 416 Seiten
ISBN: 978-3-453-27136-4
Preis: HC 20,00€ / eBook 15,99€
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 Dieser Beitrag enthält Werbung, da es sich um ein Rezensionsexemplar handelt 

 

 

In Scharnow, einem Dorf nördlich von Berlin, ist der Hund begraben. Scheinbar. Tatsächlich wird hier gerade die Welt gewendet: Schützen liegen auf der Lauer, um die Agenten einer Universalmacht zu vernichten, mordlustige Bücher richten blutige Verheerung an, und mittendrin hat ein Pakt der Glücklichen plötzlich kein Bier mehr. Wenn sich dann ein syrischer Praktikant für ein Mangamädchen stark macht, ist auch die Liebe nicht weit.

Quelle: Heyne Verlag  

 

 

Dass es im ersten Roman von Ärzte-Schlagzeuger Bela B Felsenheimer trashig und turbulent zugehen wird, kann man sich anhand des Klappentextes und spätestens auch ab dem sechsseitigen Personenverzeichnis zu Beginn ganz gut zusammenreimen.
Doch was genau ist Scharnow eigentlich für ein Buch? Ist es ein Thriller, eine Verschwörungsstudie, ein Drama oder ehr der Stoff aus dem Superhelden gemacht sind?
Ganz ehrlich, selbst nach Beendigung von Belas selbst betiteltem Heimatroman mit Fantasy-Elementen kann ich es immer noch nicht genau definieren.
Aber beginnen wir erstmal mit einem kurzen Handlungsabriss:

Der Literaturblogger Horst Wassmann bekommt ein Buch zur Besprechung zugeschickt, auf das er eigentlich so gar keine Lust hat – liegen doch noch drei andere, halb gelesene am Frühstückstisch herum, zu denen er noch dringend eine Rezension schreiben muss. Also holt er sich erstmal ein Bier und da passiert es: Das verschmähte Buch geht zum Angriff über und lässt Horst verschwinden. Damit hat es seine Pflicht erfüllt und geistert von nun an weiter durch Scharnow. Dabei trifft es auf weitere, zum Glück auch langlebigere Charaktere wie dem syrischen Flüchtling Hamid, einem telepathisch veranlagten Hund oder dem “Pakt der Glücklichen“, bestehend aus Kalle, Pit, Sieben Niels, die sich zu einer WG zusammengeschlossen haben, um den ganzen lieben langen Tag nichts andres zu machen als sich zu betrinken und irgendwelche Horrorfilme anzuschauen.
Leute kommen unter mysteriösen Umständen ums Leben, ein Supermarkt wird von einem nackten und kotzenden Geheimbund überfallen und ein Mann, der nach seiner Krebsdiagnose seine Nerven verliert, zertrümmert im Flug ein paar Schornsteine.
Zwischendurch wird wieder geschossen, herumgeflogen, spioniert und gestohlen.
Hab ich alles? Ich glaube ja. 

Versteht mich nicht falsch, ich verstehe durchaus den Witz an der Sache – aber irgendwie bleibt zum Schluss die Pointe doch auf der Strecke.
Es sind oft lustige und durchaus realistische Episoden in den einzelnen Kapiteln verstreut, aber man merkt auch leider mindestens genauso oft, dass die skurrile Note in der Provinztristesse von Scharnow und Umgebung verloren geht – denn die eigentliche Geschichte schlackert in meinen Augen doch gewaltig. Es hakt hier ein wenig und da ein bisschen mehr und eine wirklich durchgehende Handlung sucht man vergebens.
Selbst am Ende noch wirkt es, als sei hier unter enormen Kraftaufwand ein roter Faden in die Geschichte hineingepresst worden um dann doch nicht 100% zu passen. 

Aber macht es das Buch wirklich zu einem schlechten Buch?
Jein.
Was man zugeben muss ist, dass es Bela B. definitiv nicht an Einfällen mangelt, denn er hat Aktion und Absurditäten so verpackt, dass es dennoch stellenweise Spaß macht es zu lesen.
Vergleichbar ist Sharnow also für mich mit einem B-Movie, über den man zwar oft den Kopf schüttelt aber am Ende dennoch ein Stückchen Kult hervorlugt.

 

 

Leider nicht der große Wurf, den ich mir von Bela B Felsenheimer erwartet habe, aber dennoch empfehlenswert für jene, die auf kurzweilige und absurde Geschichten stehen. 

 

 

♥ Vielen Dank an den Heyne Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars! ♥

 

 

 

Über den Autor

Bela B Felsenheimer, geboren 1962 in West-Berlin, ist Schlagzeuger, Gitarrist, Komponist, Sänger, Schauspieler, Synchron- und Hörbuchsprecher, war Comicbuch-Verleger und hatte eine eigene Radiosendung. Bekannt ist er vor allem als Mitglied der Punkrock-Band die Ärzte. Als Autor hat er bisher einige Kurzgeschichten veröffentlicht und ein Filmdrehbuch verfasst. Scharnow ist sein erster Roman.

Quelle: Heyne Verlag   

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