Rezension Maureen Johnson – Ellingham Academy: Was geschah mit Alice?

Rezension  Maureen Johnson – Ellingham Academy: Was geschah mit Alice?

Autor: Maureen Johnson
Titel: Ellingham Academy: Was geschah mit Alice?
Herausgeber: Loewe Verlag    
Datum der Erstveröffentlichung: 01. Februar 2019
Buchlänge: 464 Seiten
Titel der Originalausgabe: Truly Devious: A Mystery
ISBN: 3743202069
Preis: HC 18,95€ / eBook 14,99€
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 Dieser Beitrag enthält Werbung, da es sich um ein Rezensionsexemplar handelt 

 

 

Willkommen in der Ellingham Academy!
Versteckt in den Bergen Vermonts ist die Privatschule der ideale Ort für die begabtesten Schüler des Landes – Bestsellerautoren, YouTube-Stars, Künstler, Erfinder. Doch das Internat umgibt eine tragische Geschichte. Vor mehr als 80 Jahren wurden Frau und Tochter des Schulgründers entführt. Genau deshalb wird Stevie Bell an der Akademie aufgenommen: Sie soll die bisher ungeklärte Ellingham-Affäre lösen.
Und schon bald erhält sie eine mysteriöse Botschaft, die einen Mord ankündigt. Als ein Schüler kurz darauf tot aufgefunden wird, ist Stevie überzeugt, dass es einen Zusammenhang zwischen diesem Todesfall und den Verbrechen aus der Vergangenheit gibt.

Stevie Bell ist großer Fan von Sherlock Holmes und Agatha Christie. Aber noch viel mehr begeistern sie reale Kriminalfälle – wie die bisher ungelöste Ellingham-Affäre. Als Schülerin der exklusiven Ellingham Academy kann sie endlich selbst am Schauplatz der legendären Entführung ermitteln. Doch als ein Mitschüler ums Leben kommt, muss Stevie nicht nur das Verbrechen von damals aufklären.

Quelle: Loewe Verlag   

 

 

Es war einmal ein Mädchen aus Pittsburgh, das an die Ellingham Academy kam und sich schon immer gewünscht hatte, eine echte Leiche zu finden.
(Seite 364)

Es gibt Bücher, da liest man den Klappentext und weiß einfach sofort: Ja, genau DAS hier wird definitiv ein Highlight für mich!
Denn schon seit vielen Jahren liebe ich Detektivgeschichten und alles, was mit der Verbrechensaufklärung zu tun hat, nur leider kamen gerade diese in letzter Zeit viel zu kurz.
Und da kam Ellingham Academy: Was geschah mit Alice ins Spiel und ich kann euch jetzt schon verraten, dass ich unbedingt mehr solcher Bücher haben möchte!
Mehr YA-Mystery und definitiv auch mehr von Autorin Maureen Johnson.

 

Mr Philips sah einen Moment auf seine Schreibtischunterlage hinunter. Die meisten seiner Berufsgenossen würden Lernen wohl nicht als Spiel bezeichnen, aber niemand käme auf die Idee, dem großen Albert Ellingham zu widersprechen. Wenn er sagte, Lernen sei ein Spiel, dann war es eins. Wenn er sagte, Lernen sei ein rollschuhfahrender Elefant in einem grünen Tut, dann müssten sie ihm ebenfalls zustimmen.
(Seite 13)

 

Als Albert Ellingham die Ellingham Academy in den Bergen von Vermonts gegründet und erbaut hat, wollte er damit eine Schule der besonderen Art für Schüler mit besonderen Talenten schaffen. Lernen soll hier Spaß machen und eher einem Spiel gleichen. Der Unterricht ist kostenlos und jeder Schüler lernt in seinem eigenen Tempo.
Was für seine Schützlinge wie ein Traum klingt entwickelt sich für Albert jedoch bald zu seinem persönlichen Alptraum, als kurz nach der Eröffnung seine Frau und die gemeinsame Tochter Alice entführt werden – ein tödliches Verbrechen, das bis heute ungelöst ist. 

80 Jahre später wird Stevie Bell zu ihrer eigenen Überraschung an der Ellingham Academy aufgenommen. Sie hat sich hier beworben, da sie ein besonderes Faible für Kriminalfälle hat und sich vor allem für das große Ellingham Rätsel interessiert. Mit ihrer Hartnäckigkeit und dem Zugang zum Gelände möchte sie endlich schaffen, was keinem vorher gelungen ist: Herausfinden, was damals wirklich mit der Familie von Albert geschehen ist. Doch eines Nachts erhält Stevie eine mysteriöse Nachricht, die einen weiteren Mord auf dem Schulgelände ankündigt und ihr heimlicher Wunsch endlich selbst einmal eine Leiche zu entdecken wird zur schrecklichen Realität.

 

Das Buch selbst ist in zwei Zeitstränge unterteilt, die sich in unregelmäßigen Abständen immer wieder abwechseln. Dabei folgt einer dem Jahr 1936 und somit der ursprünglichen Ellingham-Geschichte, wohingegen der andere in der Gegenwart und somit in unserer Zeit angesiedelt ist. Welcher mir davon aber letztendlich besser gefallen hat, kann ich euch beim besten Willen nicht sagen. Sowohl die düstere Stimmung der Vergangenheit, als auch die gegenwärtige Erzählung von Hauptprotagonistin Stevie hatten beide ihre Reize und auch die Spannungsbögen waren sehr gleichmäßig verteilt. Beide ergänzen sich einfach hervorragend und erst durch sie erhält man einen vagen Blick auf das große Ganze.
Außerdem ist es Autorin Maureen Johnson sehr gut gelungen die Übergänge der Zeitsprünge zu verbinden. Ich hatte nie das Gefühl, dass die Handlung dadurch ins Stocken gerät oder der Lesefluss unterbrochen wird. 

Die Charaktere selbst sind wunderbar vielschichtig und zum Teil auch sehr komplex gezeichnet. Nie hatte ich das Gefühl auf irgendeinen Stereotypen zu treffen, von dem man schon hunderte Male vorher gelesen hat und allen voran Stevie hat wirklich das Zeug einer meiner liebsten Hauptfiguren überhaupt zu werden. Sie ist zwar noch relativ jung, aber dafür äußerst klug, witzig, selbstbewusst und zielstrebig. Sie hat ihre Prinzipien, für die sie auch eintritt und kämpft leidenschaftlich für ihre Träume.
Doch nicht nur sie, sondern auch die anderen Figuren wie Janelle, David oder Nate passen hervorragend in das Setting und komplettieren die Story dadurch erst – ja, beleben sie sogar.
Speziell zu David hab ich mir bereits so viele Gedanken gemacht und wurde bisher nicht wirklich schlau aus ihm. Kann man ihm trotz seiner charmanten Art trauen oder spielt er ein falsches Spiel? Empfindet er wirklich etwas für Stevie oder hat er etwas ganz anderes im Sinn?   

Ich bin wirklich unendlich gespannt wohin sich diese Geschichte noch entwickeln mag, denn dieses Ende hat mich kalt erwischt und endet mit einem Cliffhanger, der fieser nicht sein könnte!
Eigentlich dachte ich, dass ich kurz vor der Lösung stand und wollte mir schon meinen Columbo-mäßigen Trencoat überstreifen, aber dann hört das Buch tatsächlich einfach auf.
Einfach. So.
Tschja, dann muss mein Mantel wohl doch noch auf die Fortsetzung warten, ich jedenfalls bin jetzt schon sowas von bereit!

 

 

Ihr habt das Buch noch nicht gelesen? Warum nicht?
Wenn ihr ein Faible für eine Intelligente und gut durchdachte Storyline, ein perfekt gewähltes Setting und liebevoll herausgearbeitete Charaktere hat, dann solltet ihr hier definitiv zugreifen!

Für mich jedenfalls hat die Geschichte rund um die Ellingham Academy das Zeug dazu, eine meiner neuen Lieblingsreihen zu werden. 

 

 

♥ Vielen Dank an den Loewe Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars! ♥

 

 

Über die Autorin 

Maureen Johnson hat ihren Abschluss an der Columbia University gemacht und ist New York Times-Bestsellerautorin von mehreren Jugendbüchern. Neben ihrer Trilogie Die Schatten von London ist sie vor allem durch die gemeinsamen Projekte Tage wie diese mit John Green und Die Chroniken des Magnus Bane mit Cassandra Clare bekannt geworden. Das Time Magazine hat sie unter die 140 Leute gewählt, denen man auf Twitter folgen sollte. Was geschah mit Alice? ist der erste Band der Ellingham Academy-Trilogie.

Quelle: Loewe Verlag

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