Rezension Nicholas Gannon – Die höchst wundersame Reise zum Ende der Welt

Rezension  Nicholas Gannon – Die höchst wundersame Reise zum Ende der Welt

Autor: Nicholas Gannon
Titel: Die höchst wundersame Reise zum Ende der Welt
Herausgeber: Coppenrath Verlag
Datum der Erstveröffentlichung: 04. August 2016
Buchlänge: 368 Seiten
Titel der Originalausgabe:  The Doldrums
ISBN: 9783649619420
Preis: HC 17,00€ / eBook 11,99€
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 Dieser Beitrag enthält Werbung, da es sich um ein Rezensionsexemplar handelt 

 

 

Der 11-jährige Archer will die Welt erforschen, vom Dschungel bis zur Wüste – genau wie seine Großeltern! Doch die verschwanden vor zwei Jahren spurlos bei einer Expedition am Südpol. Seitdem lassen Archers Eltern ihn kaum noch vor die Tür. Schluss mit der Entdecker-Tradition! Doch als eines Tages ein einäugiger Kapitän vor Archers Tür auftaucht und ihm einen Haufen Koffer mit Reiseaufzeichnungen übergibt, steht für Archer fest: Er muss zum Südpol reisen und seine Großeltern finden! 

Ein neuer Schatz in der Kinderliteratur und eine Hommage an die Kraft der Fantasie. Genial erdacht und oppulent illustriert von Nicholas Gannon.

Quelle: Coppenrath Verlag

 

 

Wir alle kennen absolut perfekte Jungen und Mädchen. Sie wohin in absolut perfekten Häusern, die ihren absolut perfekten Eltern gehören. Sie ziehen sich absolut perfekt an, benehmen sich absolut perfekt und führen ein absolut perfektes Leben.
Das ist absolut schrecklich.
Sie sind nämlich absolut langweilig. Und deshalb ist es ein Glück, dass diese Geschichte nicht von so einem Kind handelt.
(Seite 17)

 

Bücher müssen schwer sein, weil sie die ganze Welt in sich tragen.
(Cornelia Funke)

Ich glaube, dass dieser Satz noch nie ein Buch besser beschrieben hat als dieses hier, denn als ich Die höchst wundersame Reise zum Ende der Welt zum ersten Mal in die Hände nahm, dachte ich genau das.
Naja zugegeben, anfangs war es wohl doch ehr nur „Boah ist das schwer!“, aber nachdem ich auch mit dem lesen fertig war, wusste ich warum.
Nicholas Gannon erzählt und illustriert diese Geschichte in einer unnachahmlichen Art und Weise, wie es noch nie bei einem Buch erlebt habe.
Und ich übertreibe nicht wenn ich euch sage, dass es sich hierbei nicht um ein normales Buch handelt, sondern um ein literarisches Wohlfühlprogramm für Jung und Alt.
Sobald man die erste Seite aufschlägt und mit dem lesen beginnt, springen einem die Protagonisten förmlich von den Seiten an – oder springt man doch selbst in die Seiten rein?
Egal, wie man sich hier auch ausdrücken mag, Fakt ist, wer Die höchst wundersame Reise zum Ende der Welt liest, liest etwas Einzigartiges.

Unter den Tausenden von Kindern, die jeden Tag geboren werden, ist mindestens eins, das sich als Träumer entpuppt. Am 5. Mai lag ein solches Kind in Zimmer 37E im Krankenhaus von Rosewood und sein Name lautete Archer Benjamin Helmsley.
(Seite 8)

Archer Helmsley, der mit allerhand ausgestopften Tieren und einer großen Portion Fantasie im Haus seiner Forscher-Großeltern aufwächst, führt ein recht eingeengtes Leben – denn seine Mutter möchte um jeden Preis verhindern, dass er genau wie sie, mit dem Kopf in den Wolken aufwächst. Doch Archer kann nicht anders, spricht er doch viel und gerne mit dem stummen Eisbären, und seine Abenteuerphantasien liegen ihm schließlich im Blut.
Aber da er das Haus nur für seine Schulbesuche verlassen darf, steht er damit auf einem ziemlich verlorenen Posten.
Den einzigen Lichtblick bildet die heimliche Post seiner Großeltern, die er in seinem Zimmer versteckt und wie einen wahren Schatz hütet.
Als diese jedoch bei einer ihrer Forschungsreisen plötzlich verschwinden und ein einäugiger Kapitän mit den zurückgelassenen Koffern seiner Großeltern vor der Tür steht, fasst Archer einen Entschluss: Er muss sie retten! Und zum Glück findet er in den Nachbarskindern Oliver und Adélaide  geeignete Komplizen, um sein Vorhaben in die Tat umzusetzen. Und so beginnen die Reisevorbereitungen für eine Rettungsaktion am Südpol.

… Träumer stellen gern Fragen, die noch nie jemand vor ihnen gestellt hat, sie machen gern Dinge, die noch nie jemand vor ihnen gemacht hat, und das auf eine Weise, an die noch nie jemand vor ihnen gedacht hat.
Seite 76

Warum das Buch etwas Besonderes für mich ist:
Nicholas Gannon erzählt in seinem Debütroman definitiv nicht nur irgendeine 0815 Abenteuergeschichte, das ungeahntes Fernweh weckt, sondern beschreibt seine Protagonisten dabei auch so plastisch, dass es eine wahre Freude ist, ihnen durch die Abenteuer zu folgen – ohne dass sie dabei wirklich auf Reisen im eigentlichen Sinn gehen.
Das ist aber auch gar nicht nötig, denn für Kinder ist selbst die erste Fahrt in einem Bus ohne Eltern schon Abendteuer genug.
Und wenn ich mich an meine Kindheit zurückerinnere, hätte ich liebend gerne einen Archer an meiner Seite gehabt um ihm als Fluchthelfer zu dienen. Denn er hätte mich dazu ermutigt ein Wagnis einzugehen und auf die Konsequenzen zu pfeifen. 

Aber wisst ihr, was mich während des Lesens richtig geärgert hat?
Die Tatsache, dass ich erst jetzt auf dieses Buch gestoßen bin!
Warum ist dieses Buch nicht längst in aller Munde und warum hüten Kinder diese Geschichte nicht längst wie einen Schatz?
Ich jedenfalls, werde genau das tun. 

 

 

Kopfkino vom Feinsten – denn ist es nicht so, dass die meisten Abenteuer genau hier beginnen?
An all die Träumer von heute und von morgen: Lest dieses Buch und lasst euch verzaubern!

 

 

♥ Vielen Dank an den Coppenrath Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars! ♥

 

 

Über den Autor

Nicholas Gannon hat Kunst und Design studiert und sich in verschiedenen Jobs versucht, bevor er Vollzeit-Autor wurde. Er hat in den Bundesstaaten Tennessee, Minnesota und New York gewohnt und für kurze Zeit auch in einem hohen, schmalen Sandstein-Haus in New York City, das ihn zum Haus der Hemsleys in Weidengasse 375 inspiriert hat. Inzwischen lebt der Autor in Brooklyn. „Die höchst wundersame Reise zum Ende der Welt“ ist sein Debüt.

Quelle: Coppenrath Verlag

 

 

 

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