Rezension Dhonielle Clayton – The Belles: Schönheit regiert

Rezension Dhonielle Clayton – The Belles: Schönheit regiert

Autor: Dhonielle Clayton
Titel: The Belles: Schönheit regiert
Herausgeber: Thienemann-Esslinger Verlag   
Datum der Erstveröffentlichung: 11. Februar 2019
Buchlänge: 512 Seiten
Titel der Originalausgabe: The Belles
ISBN: 3522505832
Preis: HC 19,00€ / eBook 12,99€
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 Dieser Beitrag enthält Werbung, da es sich um ein Rezensionsexemplar handelt 

 

 

Glitzernd, glanzvoll, grausam – willkommen in der Welt der Belles!

Die Welt von Orléans wird von Hässlichkeit bestimmt, und nur die Belles können den Menschen Schönheit verleihen. Camelia ist eine Belle – schön, begehrt, mit magischen Fähigkeiten. Am Königshof will sie allen zeigen, dass sie die Beste ist. Doch hinter den schillernden Palastmauern lauern dunkle Geheimnisse. Camelia erkennt, dass ihre Fähigkeiten viel stärker und gefährlicher sind, als sie es je für möglich gehalten hätte. Sie sind eine Waffe, die sich andere zunutze machen wollen. Daher muss sie sich entscheiden: Soll sie die Tradition der Belles bewahren oder ihr eigenes Leben riskieren, um ihre Welt für immer zu verändern? Das Schicksal der Belles und von Orléans liegt mit einem Mal in ihren Händen …

Quelle: Thienemann-Esslinger Verlag  

 

 

The Belles hätte in meinen Augen ein Buch sein sollen, das kritisch mit Schönheitsidealen umgeht. Das uns zeigt, dass Schönheit nichts mit dem Aussehen, sondern viel mehr mit unserem Charakter zu tun hat. Das man selbst in einer grauen Welt durch seine Einzigartigkeit schön sein kann, auch mit offensichtlichen Makeln.
Es hätte etwas bewegen sollen in den Köpfen unsicherer Teenager. Hätte mir und dir Mut und Selbstbewusstsein schenken und zum Umdenken animieren können. Aber was es in erster Line tatsächlich getan hat war, mich zu langweilen – denn auf eine Revolution wartet man vergeblich. 

 

„Wäre es möglich, mich von den Knochen aufwärts neu aufzubauen, würde ich auch das tun. Ich kann es aushalten. Ich bin stark.“ 
Ihre Augen füllten sich mit Tränen.
„Ich würde alles tun, um schön zu sein.“
(Seite 234)

 

Bereits der Einstieg gestaltete sich für mich recht langatmig. Sicherlich müssen erst einmal Charaktere eingeführt und das Word Building erklärt werden, aber bereits auf den ersten 100 Seiten war mir klar, dass ich mit Hauptprotagonistin Camelia wohl nicht sonderlich warm werden würde. Unglaublich steif, von Neid zerfressen und mit einer ordentlichen Portion Überheblichkeit ausgestattet, stapft sie in die Geschichte und erklärt dem Leser ein ums andere Mal warum sie, und nur sie es verdient hat, der königlichen Familie als Favoritin zu dienen.
Danach folgt eine sinnfreie Durststrecke, in der man ganz im Marie Antoinette Style von Süßigkeiten und deren blumigen Beschreibungen fast erschlagen wird und sich zu fragen beginnt, wie es eigentlich um die Kariesbehandlung in Orléans steht. Doch auch mit den langatmigen Prozeduren der Schönheitsbehandlungen wird nicht gespart und so erfährt man bis ins kleinste Detail, was genau denn die „Belle-Gabe“ alles so richten und anrichten kann. Immer und immer wieder.
Ich war zwischenzeitlich wirklich frustriert und genervt von diesen Wiederholungen und für mich ging dadurch  die eigentliche Grundidee, dass Schönheit nur eine vergängliche Ware ist, viel zu oft unter. 

Mein einziger Lichtblick war Edel, die mit ihrer rebellischen Art das Ruder wenigstens ab und an noch hat herumreißen können, während die anderen Nebencharaktere in der trüben Suppe weiterschwammen. Selten sind mir so viele naive Nebencharaktere begegnet, denen sowohl die Weitsicht als auch das Einfühlungsvermögen fehlt – vom Konkurrenzkampf ganz zu schweigen (da könnten sich selbst die Mädels von Germany`s next Topmodel noch die ein oder andere Scheibe abschneiden).
Und auch die obligatorische Liebesgeschichte zwischen Camelia und Auguste (*augenroll*), die selbstverständlich in keinem Jugendroman fehlen darf, war mehr als unglaubwürdig. Hier ist schlicht und ergreifend überhaupt kein Funken zu sehen, kein Kribbeln zu spüren. Diese ganze romantische Nebenhandlung hat sich so absolut unnötig, oberflächlich und erzwungen angefühlt, als ob es eine vertragliche Forderung gewesen wäre, diese unbedingt mit einzubauen.

Im Gegensatz zu vielen anderen hat mich Dhonielle Clayton leider überhaupt nicht überzeugen können und ich bin mir zum jetzigen Zeitpunkt auch nicht sicher, ob ich die Fortsetzung überhaupt lesen werde. 

 

 

Besser, höher, schneller, weiter.
Ich habe mir ein Buch versprochen, das kritisch mit unseren selbst auferlegten Schönheitsidealen umgeht – denn wenn man das Nachwort der Autorin liest, hofft man auf genau das.
Leider ist dies aber irgendwo zwischen Törtchen, Schönheitsbehandlungen und Zickenkrieg verloren gegangen. Meine Erwartungen konnte es somit nicht erfüllen.

Eine interessante Grundidee, doch leider waren die Seiten mit zu wenig Inhalt gefüllt. 

 

 

♥ Vielen Dank an den Thienemann-Esslinger Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars! ♥

 

 

Über die Autorin

Dhonielle Clayton wuchs in Washington, D.C. auf und verbrachte die meiste Zeit mit einem Stapel Bücher unter dem Tisch ihrer Großmutter. Bevor sie vom Lesen zum Schreiben wechselte, arbeitete sie als Lehrerin und Bibliothekarin. Neben der Leidenschaft für Bücher liebt sie das Reisen, vor allem außerhalb der USA. Wenn sie nicht unterwegs ist, lebt sie in New York City, wo sie immer auf der Suche nach dem besten Stück Pizza ist.

Quelle: Thienemann-Esslinger Verlag   

 

 

 

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