Rezension Jacqueline Susann – Das Tal der Puppen

Autor: Jacqueline Susann
Titel: Das Tal der Puppen
Herausgeber: HarperCollins
Datum der Erstveröffentlichung: 03. Dezember 2018
Buchlänge: 640  Seiten
Titel der Originalausgabe: Valley of the Dolls
ISBN: 3959672373
Preis: HC 22,00€ / eBook 17,99€
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♥ Dieser Beitrag enthält Werbung, da es sich um ein Rezensionsexemplar handelt

 

 

Schon lange vor Carrie Bradshaw hielt Jacqueline Susann die Welt mit ihren skandalösen Geschichten von drei jungen Frauen in New York in Atem. Als „Das Tal der Puppen“ vor über 50 Jahren veröffentlicht wurde, stürmte es augenblicklich alle Bestsellerlisten. Nie zuvor hatte ein Buch so offen über Sex, Drogen und das Show-Business berichtet. Mit mehr als 35 Millionen Exemplaren gilt es als eines der meistverkauften Bücher aller Zeiten.
Anne, Neely und Jennifer haben einen Traum: es als Bühnen- und Filmstars ganz nach oben zu schaffen. Um das zu erreichen, scheint ihnen kein Hindernis zu groß. Doch als der Druck, schön und erfolgreich zu sein, übermächtig wird, greifen sie zu gefährlichen Hilfsmitteln: Appetitzügler, Beruhigungspillen, Schlaftabletten. Nach außen führen sie das perfekte Leben – doch hinter den glitzernden Kulissen wird der Traum zum Alptraum. 

Quelle: HarperCollins 

 
 

Appetitzügler, Beruhigungspillen, Schlafmittel: Ende der 40er Jahre ging es so richtig los mit den chemischen Hilfsmitteln, um schöner, schlanker, und leistungsfähiger zu werden.
Als damals neben Theater und Kino plötzlich auch das Fernsehgeschäft boomte, wurde der Konkurrenzdruck am Broadway unerbittlich – denn Geld verdienen ließ sich, damals wie heute, vor allem mit schönen, jungen Frauen.

Da Jaqueline Susanns Buch aus den 60er Jahren stammt, war es für mich aus sprachlicher Sicht eine kleine Überraschung, auch wenn ich zu Beginn leichte Startschwierigkeiten hatte, in die Geschichte abzutauchen. Ist man aber erst einmal drin, erlaubt sie einen tiefen Einblick in die Träume und Alpträume der weiblichen Bühnen- und Filmstars der damaligen Zeit.

Im Buch selbst geht es um das Auf und Ab der drei Freundinnen Anne, Neely und Jennifer, die versuchen im oberflächlichen Show-Business New Yorks Fuß zu fassen, wobei ich mir mit Anne am schwersten getan habe.
Ihre naive, ehr langweilige Art konnte mich lange nicht überzeugen und auch ihr Charakter selbst macht kaum eine Entwicklung durch.
Sie steckt fest in ihrem gewohnten Trott, hat zwar aber immer ein offenes Ohr für ihre Freunde, nimmt jedoch selbst kaum einen ernstgemeinten Ratschlag an. Lange dreht sich ihre Geschichte im Kreis, bis sie schlussendlich doch noch mit der Liebe ihres Lebens zusammenkommt – aber die Liebe geht manchmal eigene, schmerzvolle Wege.

Jennifer hingegen war die wohl die tragischste Figur in Das Tal der Puppen.
Bereits seit ihrer Kindheit stand sie unter dem immensen Druck für ihre Familie zu sorgen, die immer mehr und mehr forderte. Die Ehen, die sie aus Geldnöten eingegangen ist, sind allesamt gescheitert und das Schönheitsideal des Showgeschäfts hat sie letztendlich mit den roten Puppen, im Englischen eine andere Bezeichnung für rezeptpflichtige Schlaf- und Aufputschmittel, bekannt gemacht. Abhängig und völlig am Ende stürzt sie in einer Abwärtsspirale immer tiefer in ihre Depressionen.

Bleibt noch Neely, die von Beginn an eigentlich so etwas wie Annes beste Freundin darstellte – aber auch ein Charakter, der mich am meisten enttäuscht hat.
Ein verlorenes Mädchen, das durch Anne endlich den lang ersehnten Bühnenauftritt bekommen hat und berühmt wurde. Doch Raffgier und Neid verseuchte ihr bisheriges Leben immer mehr und das Streben nach immerwährendem Ruhm lies zu letztendlich zu einer Person werden, für die man einfach nur Hass empfinden kann.

Das Tal der Puppen ist Zeitlos und nicht umsonst ein Bestseller, der 59 Wochen lang auf Platz 1 der amerikanischen Hitlisten stand. Denn im Showgeschäft überleben selbst heute nur die Stärksten – und wenn nicht aus eigener Kraft, dann gibt es allerhand chemischer Hilfsmittel und Drogen. Wenn man schlau genug ist und dazu noch einen starken, familiären Rückhalt hat, zieht man rechtzeitig die Notbremse. Wenn nicht, folgt man schneller dem Trio um Anne, Jennifer und Nelly, als einem lieb ist.

 

 

Was bedeuten Popularität, Macht, Geld, Schönheit, Jugend wirklich? Lohnt es sich, alles dafür zu opfern? Was bleibt am Ende übrig vom schönen Schein?
Jacqueline Susanns Blick hinter die Kulissen von Broadway und Hollywood ist schonungslos und hat auch in der heutigen Zeit nicht wirklich viel an Aktualität eingebüßt.
Erschütternd, aber gerade deswegen absolut empfehlenswert! 

 

 

 

♥ Vielen Dank an den HarperCollins Verlag
für die Zusendung des Rezensionsexemplars! ♥ 

 

 

Über die Autorin
Jacqueline Susann ist nicht nur eine Bestsellerautorin, sondern auch eine Legende der Popkultur. Die ehemalige Schauspielerin veröffentlichte ihren skandalösen, offenherzigen Roman »Das Tal der Puppen« im Jahr 1966 und war die erste Schriftstellerin, die mit drei aufeinanderfolgenden Büchern auf Platz 1 der New-York-Times-Bestsellerliste stand. Jacqueline war mit dem Produzenten Irving Mansfield verheiratet. Im September 1974 starb sie im Alter von 56 Jahren, nach einem tapferen Kampf gegen den Brustkrebs.

Quelle: HarperCollins 

 

 

 

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