Rezension Victoria Schwab – Monsters of Verity: Dieses wilde, wilde Lied

Autor: Victoria Schwab
Titel: Monsters of Verity: Dieses wilde, wilde Lied
Herausgeber: Loewe Verlag
Datum der Erstveröffentlichung: 17. September 2018
Buchlänge: 432 Seiten
Titel der Originalausgabe: This Savage Song
ISBN: 3785588631
Preis: HC 19,95€ / eBook 14,99€
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 Dieser Beitrag enthält Werbung, da es sich um ein Rezensionsexemplar handelt 

 

 

In der geteilten Metropole Verity City herrscht ein erbitterter Kampf ums Überleben. Denn jede neue Gewalttat der Menschen bringt leibhaftige Monster hervor, welche nachts den Bewohnern der Stadt auflauern …
In dieser düsteren Welt treffen die Kinder der beiden verfeindeten Herrscher aufeinander: Kate, die den Drang hat, sich endlich gegenüber ihrem Vater zu beweisen. Und August, der jeden Tag damit ringt, seine wahre Identität zu verbergen – denn August ist ein Sunai, eine extrem seltene und sehr gefährliche Art von Monster. Als Kate eines Tages in einen Hinterhalt gerät, müssen die beiden gemeinsam fliehen. Doch wem kannst du noch trauen, wenn die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwinden?

Quelle: Loewe Verlag

 

 

Monsters, monsters, big and small,
they’re gonna come and eat you all.
Corsai, Corsai, tooth and claw,
shadow and bone will eat you raw.
Malchai, Malchai, sharp and sly,
smile and bite and drink you dry.
Sunai, Sunai, eyes like coal,
sing you a song and steal your soul.
Monsters, monsters, big and small,
they’re gonna come and eat you all!

In einer Stadt, in der aus den schrecklichen Taten der Menschen reale Monster entstehen, regiert Callum Harker den Norden von Verity City. Der Süden, der unter der Führung der Familie Flynn steht, wird hingegen von den Sunai, den gefährlichsten aber auch seltensten Monstern, beschützt.
Während Kate Harker versucht dem Vater nachzueifern, um selbst ein gefürchtetes Monster zu werden, wünscht sich August Flynn nichts sehnlicher, als ein normaler Teenager zu sein.
Beide wuchsen in dem Glauben auf, einander hassen zu müssen.  Doch als der Waffenstillstand  zu scheitern droht, begreifen sie langsam, dass offensichtliche Feinde nicht immer die sind, die es zu bekämpfen gilt. 

 

 

“Das ist das Leben August“ erwiderte sie. “Du wolltest doch lebendig sein. Es spielt keine Rolle, ob man ein Monster oder ein Mensch ist. Leben tut weh.“

(Seite 360)

Endlich neues Lesefutter von Victoria Schwab!
Wäre ich nicht schon durch die Weltenwanderer-Trilogie ein Fan von ihr, hätte ich sie spätestens jetzt, nach Monsters of Verity, zu einer meiner liebsten Autoren ernannt.

Zugegeben, die Geschichte entwickelt sich ehr langsam. Fast bis zur Mitte erhält man viel Informationen über die Konflikte mit den verschiedenen Kreaturen, die die Bewohner von Verity City bedrohen, sowie einiges an Background, um beide Hauptcharaktere einzuführen.
Bei manchen Büchern kann es da schon mal passieren, dass ich dadurch relativ schnell das Interesse verliere. Doch hier, bei  Monsters of Verity hat sich das komplett gegenteilig ausgewirkt.
Durch dieses langsame herantasten ist es der Autorin gelungen, die düstere Atmosphäre, die in dieser Stadt zweifelsohne herrscht, richtig greifbar zu machen.
Das Worldbuilding an sich ist zwar nicht ganz so komplex, wie man es vielleicht von Die Verzauberung der Schatten gewohnt sein könnte, aber dafür brilliert Victoria Schwab in diesem Buch durch ihre erschaffenen Charaktere.
Kate und August haben mich gerade zu Beginn oft an Romeo und Julia erinnert – Zwei Jugendliche, deren Eltern seit Jahren verfeindet sind und eine geteilte Stadt regieren. Doch kommt Monsters of Verity ganz ohne Liebesdrama aus, denn eine „Ich-liebe-meinen-Feind“ Plot sucht man hier vergebens. Sie kommen sich zwar handlungsbedingt näher und arbeiten schließlich auch als Team zusammen, aber dennoch bleiben beide bis zum Schluss eigenständige Individuen und treffen Entscheidungen, die glaubhaft durch ihre Vorgeschichten bestimmt sind.
August habe ich dabei besonders ins Herz geschlossen. Verletzlich, hoffnungsvoll und immer bemüht das Richtige zu tun, kann er aber doch nicht leugnen, dass er eine Kreatur ist, die sich von menschlichen Seelen ernähren muss.
Kate hingegen ist eine der wenigen Protagonisten, der ich ihre taffe Art wirklich abgenommen habe. Während andere daran scheitern und unglaubwürdig, ja oft überzogen wirken, entwickelt sich bei ihr daraus eine ganz eigene Dynamik, die perfekt in die Geschehnisse mit einfließt. 

Corsai schienen aus nicht tödlichen Gewalttaten zu entstehen, Malchai entsprangen Morden, aber Sunai, so nahm man an, wurden als Folge der schlimmsten Verbrechen geboren: Bombenanschläge, Amokläufe, Ereignisse, die nicht nur einen Menschen das Leben kosten, sondern vielen. 

(Seite 203)

Auch die Grundidee, dass Verbrechen und Mord monsterartige Wesen entstehen lässt, ist genial. Flapsig ausgedrückt: Gewalt erzeugt Gegengewalt – Der „Schunder-Song“ der Ärzte in Buchform. 

 

 

Eine wunderbar dunkle Geschichte über den Versuch, den Monstern zu entkommen, die wir erschaffen haben.
Monsters of Verity ist definitiv ein weiterer Beweis für Victoria Schwabs Genialität. Sie kombiniert eine spannende und originelle Idee mit Charakteren, die durch ihre hellen, aber vor allen durch ihre  dunklen Seiten überzeugen.
Klare Leseempfehlung!

 

 

♥ Vielen Dank an den Loewe Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars! ♥

 

 

Über die Autorin

Victoria Schwab lebt in Nashville, Tennessee, und arbeitete nach dem Studium in den verschiedensten Jobs, ehe sie ihre Leidenschaft zum Beruf machte. Mit ihren Büchern, die sich regelmäßig auf der New York Times-Bestsellerlist platzieren, hat sie sich in den USA bereits eine große Fangemeinde erschrieben. Sie veröffentlicht auch als V.E. Schwab.

Quelle: Loewe Verlag  

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