Rezension Shari Lapena – A Stranger in the House: Das Böse ist näher, als du denkst

Autor: Shari Lapena
Titel: A Stranger in the House: Das Böse ist näher, als du denkst
Herausgeber: Bastei Lübbe
Datum der Erstveröffentlichung: 27. Juli 2018
Buchlänge: 336 Seiten
ISBN: 3785726112
Titel der Originalausgabe: A Stranger in the House
Preis: Broschiert 12,90€ / Ebook 9,99€
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 Dieser Beitrag enthält Werbung, da es sich um ein Rezensionsexemplar handelt 

 

 

Für deinen Mann bist du ein Engel, für die Polizei eine Mörderin.

Du bereitest gerade das Abendessen für dich und deinen Ehemann vor, als das Telefon klingelt – es ist der Anruf, den du seit Jahren fürchtest. Kurz darauf erwachst du im Krankenhaus. Du hattest einen Unfall – und kannst dich nicht daran erinnern. Als in der Nähe des Unfallortes eine Leiche gefunden wird, glaubt die Polizei an einen Zusammenhang zwischen beiden Ereignissen. Dein Mann ist fassungslos angesichts dieser Vermutung. Doch du weißt mehr als dein Mann. Und plötzlich bist du dir nicht mehr sicher, wie abwegig der Verdacht der Polizei wirklich ist …

 

 

Als Tom am Abend nach Hause kommt findet er die Haustüre unverschlossen vor. Das Essen steht halbfertig am Herd und von seiner Frau Karen fehlt jede Spur. Anfangs macht er sich noch keine allzu großen Gedanken – vielleicht ist sie einfach schnell einkaufen gefahren – doch als er kurz darauf auch ihre Handtasche samt Handy findet, ruft er die Polizei.
Zu seiner Überraschung steht diese auch ein paar Augenblicke später vor der Tür, allerdings nicht um eine Vermisstenmeldung aufzunehmen, sondern um ihm mitzuteilen, dass seine Frau einen Autounfall hatte. Ausgerechnet Karen, die immer vorschriftsmäßig fährt, soll in einem gefährlichen Viertel der Stadt mit überhöhter Geschwindigkeit die Kontrolle über ihren Wagen verloren haben? Tom wird schnell klar, dass hier irgendetwas nicht stimmt und hofft, dass sich die Sache irgendwie plausibel erklären lässt. Doch als seine Frau wieder zu sich kommt, fehlt ihr jede Erinnerung an diesen Abend.
Kurz darauf finden Beamte eine Leiche in der Nähe der Unfallstelle und nicht nur die Polizei möchte schnell herausfinden, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Unfall von Karen und dem Mord gibt.

 

 

Shari Lapena hat einen sehr eigenen Schreibstil. Man hat das Gefühl, dass sie nicht gerne allzu viele Worte verliert, denn die meisten ihrer Sätze sind sehr kurz gehalten. Direkt und ohne Umschweife hat sie es damit aber auch geschafft mich binnen kürzester Zeit in die Story zu ziehen.
Der Prolog bietet einen kurzen Einblick auf das, was einem als Leser erwarten wird, gibt aber nur so viel Preis wie unbedingt nötig. Damit baut die Autorin gleich zu Beginn einen enormen Spannungsbogen auf und man fliegt nur so über das erste Drittel.
Doch was Anfangs so hervorragend funktioniert hat, fällt leider auch relativ schnell in sich zusammen und die Spannung verpufft.
Die Verstrickungen der einzelnen Protagonisten sind zwar sehr interessant und raffiniert gelöst, aber spätestens ab der Hälfte konnte ich aufgrund fehlender Tatverdächtiger erahnen, worauf die Story hinauslaufen wird – und dabei bin ich nicht wirklich ein kleiner Columbo, der alles sofort durchschaut.
Zu meiner Überraschung ist es Shari Lapena trotzdem gelungen mich durch ihrer Schreibweise ans Buch zu fesseln.

Aus wechselnden Perspektiven verfolgt man die Handlung durch die Augen der Hauptprotagonisten Karen, Tom, der Nachbarin Bridget und Detective Rasbach. Allerdings bleiben diese ziemlich flach und wenig greifbar. Zu keinem dieser Personen konnte ich eine richtige Beziehung aufbauen und ich hatte dadurch stellenweise ehr das Gefühl einem Drehbuch zu folgen als einem Roman.
Am glaubwürdigsten war für mich persönlich Tom. Seine wachsende Zerrissenheit wurde mit jeder Zeile spürbarer, denn einerseits zweifelt er am kompletten Gedächtnisverlust und der Unschuld seiner Frau – andererseits wünscht er sich nichts sehnlicher, als Karen wieder grenzenlos vertrauen zu können.

Das Ende hatte es dann doch nochmal richtig in sich. Der große Knall, auf den man so gehofft und hingefiedert hat kam und hat mich zugegebenermaßen richtig unvorbereitet getroffen.
Allerdings würde ich “A Stranger in the House“ ehr als Krimi und weniger als Thriller bezeichnen.

 

 

Auch wenn einige Erzählstränge nicht besonders originell wirkten und der Großteil der Handlung sehr vorhersehbar war, ist Shari Lapena ein durchaus spannender Roman gelungen. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt und kann “A Stranger in the House“ als gute und leichte Lektüre empfehlen.

 

 

♥ Vielen Dank an den Bastei Lübbe Verlag für das Rezensionsexemplar! ♥

 

 

Über die Autorin

Shari Lapena arbeitete als Rechtsanwältin und Englischlehrerin, bevor sie sich dem Schreiben von Romanen widmete. Ihr Thrillerdebüt THE COUPLE NEXT DOOR sorgte bereits vor seiner Veröffentlichung international für Furore. Der Roman wurde in 28 Länder verkauft, stand wochenlang auf Platz 1 der SUNDAY-TIMES-Bestsellerliste sowie auf der Bestsellerliste der NEW YORK TIMES und wurde vielfach hymnisch besprochen. Mit ihrem zweiten Thriller A STRANGER IN THE HOUSE konnte sie an den sensationellen Erfolg des Vorgängers anknüpfen, auch dieser Roman wurde zu einem internationalen Bestseller. Shari Lapena lebt mit ihrem Ehemann und den beiden gemeinsamen Kindern in Toronto.

Quelle

 

 

 

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