Rezension Tomi Adeyemi – Children of Blood and Bone: Goldener Zorn

Autor: Tomi Adeyemi
Titel: Children of Blood and Bone: Goldener Zorn
Herausgeber: Fischer FJB
Datum der Erstveröffentlichung: 27. Juni 2018
Buchlänge: 624 Seiten
ISBN: 3841440290
Titel der Originalausgabe: Children of Blood and Bone: Legacy of Orïsha
Preis: Broschiert 18,99€ / Ebook 14,99€
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Leseprobe

 

 Dieser Beitrag enthält Werbung, da es sich um ein Rezensionsexemplar handelt 

 

 

Sie töteten meine Mutter.
Sie raubten uns die Magie.
Sie zwangen uns in den Staub.
Jetzt erheben wir uns.

Zélies Welt war einst voller Magie. Flammentänzer spielten mit dem Feuer, Geistwandler schufen schillernde Träume, und Seelenfänger wie Zélies Mutter wachten über Leben und Tod. Bis zu der Nacht, als ihre Kräfte versiegten und der machthungrige König von Orïsha jeden einzelnen Magier töten ließ. Die Blutnacht beraubte Zélie ihrer Mutter und nahm einem ganzen Volk die Hoffnung.
Jetzt hat Zélie eine einzige Chance, die Magie nach Orïsha zurückzuholen. Ihre Mission führt sie über dunkle Pfade, wo rachedurstige Geister lauern, und durch glühende Wüsten, die ihr alles abverlangen. Dabei muss sie ihren Feinden immer einen Schritt voraus sein. Besonders dem Kronprinzen, der mit allen Mitteln verhindern will, dass die Magie je wieder zurückkehrt … 

 

 

Einst wurde das Land Orïsha von mächtigen Magiern, den Maji, bevölkert, die die Elemente, Licht und Schatten sowie Leben und Tod beherrschen konnten. Als Zeichen ihres Bunds mit den Göttern wurden diese mit schneeweißem Haar geboren und von der Bevölkerung verehrt. Doch der König sah diese Macht als zu gefährlich an und beauftragte Soldaten, um Jagd auf die Maji zu machen und die Magie endgültig aus der Welt verbannen. Und so kam es, dass in einer schicksalshaften Nacht alle erwachsenen Maji des Landes hingerichtet wurden. Ihre Kinder blieben ohne Zauberkraft zurück und wachsen bis heute in Angst und Unterdrückung auf.
So auch die junge Zélie Adebola, die mit ihrem Vater und Bruder in einer kleinen Küstenstadt lebt. Die junge Maji hat den grausamen Tod ihrer Mutter nie verwunden und schwor in jener Nacht Rache. Doch eine zufällige Begegnung ändert Zélies Leben für immer: Prinzessin Amari, König Sarans Tochter, hat ein mächtiges und wertvolles Artefakt gestohlen, das die Magie in die Welt zurück bringen kann.

 

 

Wie bei vielen Jugendbüchern ist der Handlungsverlauf von „Children of Blood and Bone“ nicht wirklich neu.  Tomi Adeyemi scheint dem typischen Schema zu folgen, dem schon viele Fantasybücher vorher zu Grunde lagen: eine unscheinbare, aber dennoch innerlich starke, vom Schicksal gebeutelte Protagonistin wird zur Galionsfigur einer Revolution auserkoren. Sie versucht  mit Hilfe von Freund und Feind essentiell wichtige Artefakte zusammenzutragen, scheitert aber immer wieder an ihrer impulsiven Art, wird schließlich gefangengenommen und befreit. Zum Ende hin bezwingt sie scheinbar unüberwindbare Hindernisse durch eine Kombination aus Wut und Zorn und entdeckt ihre einzigartige, magische Begabung.
Nebenher schleichen sich noch ein paar Logikfehler und Klischees in die Geschichte und fertig ist der erste Band eines mega gehypten Buches.

Klingt banal und wenig überzeugend? Warum um alles in der Welt vergebe ich trotz dieser Einleitung 4,5 Sterne?
Weil es Tomi Adeyemi trotz all der Kritik gelungen ist, mich durch ihren wahnsinnig guten Schreibstil voll und ganz auf diese Story einzulassen. Das Buch ist leicht zu lesen und wechselt in kurzen Kapiteln zwischen den drei Ich-Erzählern Zélie, Amari und Inan hin und her, die sich stilistisch kaum unterscheiden. Die Beweggründe und Handlungen der Charaktere sind fast immer nachvollziehbar und durch persönlichen Hintergründe entstehen relativ komplexe Verhältnisse untereinander. Zélie ist eine zugängliche Heldin mit klarer Motivation, aber auch berechtigten Selbstzweifeln. Sie stellt ihre Entscheidungen in Frage und denkt über Konsequenzen nach, lässt sich dann aber wiederum sehr leicht von anderen beeinflussen.
Dennoch, es ist der erste Band von dem ich hier rede, eine gewisse Entwicklungsmöglichkeit muss man den Protagonisten einfach zugestehen. Perfektionismus ab Seite 1 regt mich definitiv mehr auf als gelegentliche Aussetzer.

Aber vor allem hat der Roman eins: Einen hohen Widererkennungswert, der auch seiner beklemmenden Aktualität geschuldet ist. Nach „The hate you give“ von Angie Thomas war eine Reihe mit nicht-weißen Protagonisten im Fantasy Bereich längst überfällig.
Es ist eine wichtige und mutige Kampfansage an den Rassismus, die immer noch zunehmende rassistische Gewalt und die Diskriminierung von bestimmten Bevölkerungsschichten aufgrund körperlicher Merkmale.

 

 

„Children of Blood and Bone“ ist ein sehr gelungener Reihenauftakt mit viel Potential. Auch wenn der Plot nicht ganz neu ist kann gibt’s von mir eine klare Leseempfehlung.

 

 

♥ Vielen Dank an den Fischerverlag für das Rezensionsexemplar! ♥

 

Über die Autorin


Quelle: fischerverlage

Tomi Adeyemi wurde 1993 als Tochter nigerianischer Migranten geboren. Sie studierte Literatur in Harvard und Westafrikanische Mythologie und Kultur in Salvador, Brasilien. Dort kamen ihr die ersten Ideen zu Children of Blood and Bone. Goldener Zorn ist ihr erster Roman. Adeyemi lebt in San Diego, Kalifornien, wo sie aktuell an der Fortsetzung arbeitet.

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