Rezension Die Tragödie des kleinen Taugenichts – Chris Malea

♥ Dieser Beitrag enthält Werbung, da es sich um ein Rezensionsexemplar handelt 

 

Autor: Chris Malea
Titel: Die Tragödie des kleinen Taugenichts
Herausgeber: Independently published
Datum der Erstveröffentlichung: 07. Februar 2018
Buchlänge: 115 Seiten
ISBN: 1976925495
Preis: TB 6,99€
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Ein Kinderbuch für Erwachsene über Moral, Wertezerfall, Erwachsenwerden und Kindsein. Inhalt: Erwachsen werden. Nichts will der kleine Taugenichts sehnlicher. Als er einen geheimnisvollen Uhrmacher trifft, der ihm die Welt der Erwachsenen zeigt, ist sein Traum zum Greifen nah. Doch schon bald muss sich der kleine Taugenichts entscheiden, ob er bereit ist, für diesen Traum seine Kindheit aufzugeben.

 

“Was willst du dann vom Leben?“ fragte der kleine Taugenichts.
“Ich will es spüren.“

Der kleine Taugenichts möchte im Geschäft des Uhrmachers eine Uhr kaufen. Gründe dafür hat er viele: Er möchte endlich erwachsen werden, pünktlich sein und seinen Eltern keine Sorgen mehr bereiten. Da der 5 jährige diese aber leider nicht bezahlen kann und auch sonst nichts über den Wert des Geldes weiß, bietet ihm der Geschäftsmann an, den Jungen durch die Stadt zu führen und ihm die Erwachsenenwelt und deren Alltag zu zeigen. Falls der kleine Taugenichts am Ende des Tages immer noch so begeistert von der Idee sein sollte und seine Kindheit hinter sich lassen möchte, schenkt er ihm die Uhr. Der anfängliche Enthusiasmus und die Neugierde des Jungen treiben ihn immer weiter durch die Stadt, führt ihn zu den unterschiedlichsten Altersgruppen und Gesellschaftsschichten und schließlich bemerkt er, dass auch die Erwachsenenwelt ihre Schattenseiten hat.

 

 

“Es bringt nichts, alles um sich herum zu ändern, wenn man zu feige ist, sich selbst zu ändern. Man fängt bei sich selbst an.“

Das Buch beginnt mit dem kurzen Prolog eines Uhrmachers, der den Leser mit seiner Sicht der Dinge auch durch die nachfolgende Geschichte führt.
Mich persönlich hat die Grundidee und der Schreibstil von Anfang an gepackt. Es ließ sich sehr leicht und locker lesen, doch was zwischen den Zeilen stand oder dem Leser direkt vor die Augen geführt wurde, war weniger leichte Kost. Sicherlich musste an einigen Stellen mit Übertreibungen gearbeitet werden, was der Stimmigkeit allgemein aber keinen Abbruch getan hat.
Unsere Welt ist definitiv ab einer bestimmten Altersgrenze durch Regeln, Rollen und Verhaltensvorschriften geprägt, wer dagegen „verstößt“ oder nicht mit dem Mainstream schwimmt kann schnell ausgegrenzt oder in bestimmte Schubladen gesteckt werden,  schon Kinder lernen das. Und wer nicht das Selbstbewusstsein, die Unterstützung oder den Willen dazu hat, einfach anders zu sein, geht am Ende meist unter oder fügt sich dann doch.
Ich selbst kannte das Gefühl auch: Wer wollte als Kind nicht gerne wenigstens etwas erwachsener werden? Selbst bestimmen, wann er ins Bett geht? Keiner, der einem vorschreibt, wann man zu Hause sein soll, oder dass man das Zimmer gerade jetzt aufräumen muss.
Kinder sehen die Welt mit anderen Augen, wissen nichts über selbst auferlegte Zwänge oder gesellschaftliche Regeln, die man einfach einzuhalten hat.
Und gerade nach diesem Buch frage ich mich, ob ich meine Kindheit wirklich bis zum letzten ausgekostet habe.
Mein einziger Kritikpunkt gilt der Altersangabe des Jungen. Die Ausdrucks- und Denkweise war für einen 5-jährigen doch etwas zu philosophisch. Für mich hätte es hier überhaupt keine Zahl gebraucht, um das Alter des Jungen festzulegen, denn selbst ich und mein inneres Kind denken oft noch genauso wie der kleine Taugenichts.
Das Ende der Geschichte kam unerwartet und hat mich dann doch noch etwas sprachloser zurückgelassen als Anfangs vermutet.

 

 

Ein berührendes Buch über das Erwachsenwerden, das einem ein Stück weit Hoffnung, Träume und Mut schenkt.

 

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